Dhammavortrag, 17.09.20025, 19:30Uhr

Upekkha als einer der vier Brahmaviharas

Ayya Phalaññāni spricht über den Gleichmut als letzten der vier göttlichen Verweilungszustände.

Vis. IX. 4. Die Entfaltung des Gleichmuts (upekkhā-bhāvanā):

Wer aber die Entfaltung des Gleichmuts zu üben wünscht und bei Entfaltung der Güte usw. die drei bzw. vier Vertiefungen erreicht hat, erwecke, sobald er sich aus der von ihm völlig gemeisterten dritten Vertiefung erhoben hat, in sich den Gleichmut und erblicke in den drei früheren Entfaltungen einen Nachteil, eben weil man dabei in dem Gedanken: ‘Mögen diese beglückt sein usw.!’ dem (persönlichen) Wohlgenuß der Lebewesen Aufmerksamkeit schenkt, weil man sich in der Nähe von Neigung und Abneigung bewegt, weil Mitfreude grob geartet ist wegen ihrer Verbindung mit Frohsinn. 

Sodann erkenne er den Segen des Gleichmutes, insofern nämlich dieser seiner Natur nach friedvoll ist. 

Darauf erzeuge er den Gleichmut in sich, indem er zuerst hinsichtlich des ihm von Natur aus Gleichgültigen den Gleichmut erwecke und ihn gleichmütig betrachte, darauf hinsichtlich der lieben Person. 

Denn es heißt (Vibh. XIII): “Und wie durchstrahlt der Mönch mit dem vom Gleichmut erfüllten Geiste die eine Himmelsrichtung? 

Gleichwie, wenn man da jemanden erblickt. der einem weder angenehm noch unangenehm ist, man eben gleichgültig bleibt, genau so durchstrahlt er alle Wesen mit Gleichmut.” 

Somit erwecke man nach der besagten Methode zuerst den Gleichmut hinsichtlich eines solchen Menschen, der einem gleichgültig ist, dann hinsichtlich einer geliebten Person, dann hinsichtlich eines von Freude überschäumenden Freundes, dann hinsichtlich des Feindes. 

Auf diese Weise möge man zu diesen drei Personen und zu sich selber als vierter Person überall vermittels des Gleichmutes alle Grenzen aufheben und jene Vorstellung üben, entfalten und häufig wiederholen …