Aus dem Neujahrsretreat heraus wird Ayya Phalaññāni den Vortrag über die 10 Paramī halten.
Wir wünschen allen ein gesegnetes Jahr 2026. Mögen die Herzen voll Frieden und Wohlwollen sein. Mögen wir mit Gesundheit und Freude das nächste Jahr gestalten können.
Wenn wir sehen, dass jemand Hilfe braucht, sollten wir sie geben, in dem Maß, wie es uns gerade möglich ist. Hilfe und Wohlwollen trägt den Samen der Widerstandsfähigkeit.
Noch stärker hilft das Vertrauen in die Weisheit Buddhas, der die Vergänglichkeit allen Daseins und die Natur des Geistes lehrt. Das Lernen und eigene Durchdringen der Lehre verhilft zu noch größerer Widerstandskraft, um das zu meistern, was das Leben für uns bereithält.
Mit den besten Wünschen – die Nonnengemeinschaft der Anenja Vihara
“…Was ist zu tun, um richtig nachzufolgen für die, die aus dem Hause hauslos zogen und für solche, die im Hause nachfolgen?…”
Mit dem Ausklang des Jahres halten viele Menschen inne und lassen die Geschehnisse der letzten zwölf Monate Revue passieren
Wir Nonnen arbeiten täglich damit, die Tugendregeln, die wir uns auferlegt haben, umzusetzen und uns darin immer weiter zu entwickeln. Ohne diese Basis ist kein spiritueller Fortschritt zu erwarten.
Es ist wichtig, sich immer und immer wieder diese Grundlagen des monastischen Lebens zu vergegenwärtigen.
Das gleiche gilt für Mensche, die mit der buddhistischen Ethik zu Hause leben in einer etwas vereinfachteren Form.
Ayya Phlaññāni erinnert uns daran mit den Versen der Belehrung des Dhammika aus dem Sutta Nipata 2.14., “Dhammika”.
Sāmanerīweihe am 21.12.2025
Mahesi wird sich jetzt in 10 Regeln beüben, denn am Sonntag legte sie die weißen Roben ab und erhielt die Sāmanerīweihe.
Zu unserer großen Freude spendete die Thaigemeinschaft das neue Robenset inklusive Almosenschale. Zwar ist die Robe noch eine Übergangsrobe in der falschen Farbe, da die “richtige” Robe momentan beim Zoll liegt, was aber der Gültigkeit der Zeremonie keine Abbruch tut.
Som überreicht die Almosenschale.
Ayya Phlaññāni und Novizin Mahesī begeben sich beide in die Abhängigkeit der Lehrer – Schüler – Verbindung. Beide Seiten tragen Sorge und Verpflichtungen gegenüber der anderen.
Ein Vortrag von Ayya Sudhamma Maha Therī, Äbtissin der Charlotte Buddhist Vihara, USA
Ayya Sudhamma war die erste in Amerika gebürtige Frau, die 2003 in der Theravadatradition in Sri Lanka als Bhikkhunī ordinierte.
Für ihr Engagement in der Förderung des Bhikkhunī Ordens wurde ihr 2006 bei den Vereinten Nationen in Bangkok der “Outstanding Women in Buddhism Award” überreicht.
2013 gründete sie in ihrer Geburtsstadt Charlotte die Charlotte Buddhist Vihara, wo sie lebt und lehrt.
Ayya Phalaññāni wird über eine der überragenden Therīs sprechen, die unter dem Buddha als Bhikkhunīs ordinierten:
“Khemā Therī – die Weise“
Khemā (Pali: Sicherheit, ein Synonym für Nibbāna)
Khemā war berühmt für ihre Weisheit. Es gibt einige Jatakageschichten über sie, aus denen ersichtlich wird, wie sich in vielen Leben unter günstigen Umständen Weisheit durch den Einblick in die Vergänglichkeit allen Lebens herausbilden konnte.
Zur Zeit des Buddha Gotama war sie mit König Bimbisāra verheiratet und stolz auf ihre Schönheit. Als sie mit dem Buddha zusammentraf, erschuf er vor ihren Augen das Bild einer anmutigen Frau, welche ihm Luft zufächelte. Khemā, fasziniert von dieser Erscheinung, konnte den Blick nicht abwenden. Der Buddha ließ diese Schönheit langsam altern, bis nur noch eine faltige, alte Hülle übrig war.
Khemā erkannte, dass auch ihr Körper das selbe Schicksal teilen wird und ihre Einsicht war so tief, dass sie die erste Stufe der Heiligkeit erlangte. Gleich darauf wurde sie Arahanta und trat in den Nonnenorden ein. Sie war bald so berühmt für ihre Weisheit, dass selbst König Pasenadi sie aufsuchte, um sich von ihr belehren zu lassen.
Weniger bekannt ist die Jatakageschichte, in der sie mit dem Bodhisatta verheiratet ist. Dieser ermahnt seine Familie wieder und wieder, die Unbeständigkeit und Unsicherheit des Lebens zu kontemplieren und sich des Todes gewiss zu werden.
Khemā tut dies. Und als ihr kleiner Sohn stirbt, hat sie Weisheit in solchem Maße entwickelt, dass sie vollkommenem Gleichmut bewahren kann.
“Wie ihre alte Haut die Schlange nur abstreift und dann weitergeht, so ist es, wenn der Körper nicht mehr genießt, wenn man gestorben ist.
Da er verbrannt ist, weiß er nicht, dass die Verwandten um ihn klagen. Deshalb betraure ich ihn nicht; er ist zu seinem Ziel gekommen.“
Unaufgefordert kam er her und ohne Abschied ging er wieder. So wie er kam, so ging er auch; warum sollt’ ich darüber jammern?
Da er verbrannt ist, weiß er nicht, dass die Verwandten um ihn klagen. Deshalb betraure ich ihn nicht; er ist zu seinem Ziel gekommen.“
Wer gerne die gesamte Jatakageschichte lesen möchte, kann sie unter folgendem Link finden:
Mögen wir Khemā als Vorbild nehmen und unermüdlich kontemplieren, dass auch wir vergänglich sind. Mögen wir dadurch weicher und demütiger werden, freundlicher und sanft.
An diesem Donnerstag hält Ayya Agganyani den Dhammavortrag in Vertretung für Ayya Phalaññāni.
Die Abidhammaexpertin spricht über:
“Nāma und rūpa im Kontext von Abhidhamma, Paṭiccasamuppāda und in Bezug auf die Vipassanā-Praxis“
im Visuddhimagga, Kapitel 18, ist zu lesen:
“…Gleichwie nämlich eine hölzerne Gliederpuppe leer ist, leblos und untätig, aber dennoch vermittels einer Ziehvorrichtung sich bewegt und stehen bleibt und voll Leben und Tätigkeit zu sein scheint, so auch sind das Geistige und Körperliche an sich etwas Leeres, Lebloses, Untätiges; dadurch aber, daß sie gegenseitig auf einander einwirken, geht und steht diese geistig-körperliche Verbindung und erscheint voll Leben und Tätigkeit. Daher sagen die Alten Meister :
“In Wirklichkeit gibt’s bloß den Körper und den Geist, Und nicht zeigt sich dabei ein Wesen oder Mensch, Denn leer ist dies, wie eine Puppe konstruiert, Ein Haufen Elend und vergleichbar Holz und Stroh.”
“…Gleichwie nämlich bei zwei Rohrbündeln, die so aufgestellt sind, daß sie sich gegenseitig stützen, das eine dem anderen eine Stütze bietet und, wenn das eine fällt, auch das andere fallen muß: genau so sind im Fünfgruppendasein das Geistige und das Körperliche gegenseitig bedingt, und das eine bildet für das andere eine Stütze, so daß, wenn das eine im Tode fällt, auch das andere fallen muß. Darum sagen die Alten Meister :
“Als Paar sind Geist und Körper beide Sich gegenseitig eine Stütze; Sobald die eine Stütze bricht, Zerbrechen alle zwei zugleich.”
Wer die Woche mit einem freudvollen, klaren und balancierten Geist beginnen möchte, ist herzlich eingeladen, sich jeden Montag zum Morgenchanting mit Suttalesung und zur stillen Meditation online zuzuschalten.
Den Zugangslink senden wir euch per E-Mail zu.
Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Praxis. Möge sie Kraft, Freude und Inspiration schenken.
An diesem Donnerstag wird Ayya Phalaññāni über Wut und den Umgang damit sprechen. Wer am Vortag teilnehmen möchte und noch keine Zugangsdaten für den Zoomlink hat, kann gerne eine Mail an uns senden: anenja-vihara@outlook.com.
Nächstes Jahr wird das Dach des Klosters neu gedeckt. Es müssen unerfreulicherweise zwei Bäume gefällt werden, die dem Zugang zum Dachbau im Wege stehen.
Um alle Wesen, die in und um diese Bäume herum wohnen, nicht zu erzürnen und ihnen Zeit zu geben, sich um ein neues Zuhause kümmern zu können, haben wir gechantet. Chantings sind ein sehr erpobtes Mittel, um Emotionen zu besänftigen, den Geist zu klären und ins Vertrauen zu bringen.
Die Ulme an der Zufahrt wurde als erstes abgesägt. Wir haben Parittas gechantet und vor ihr meditiert. Einige Tage später wurde sie dann gefällt. Der Zuschnitt vom Stamm trocknet jetzt für die Klosteröfen und den Rest hat der Nachbar mit dem Traktor abgeholt.
Im Dezember kommt eine Firma und fällt den Nadelbaum direkt vorm Haus.
Zwei neue Bäume werden nach dem Dachbau gepflanzt.