Bhikkhuni Anuvidita lebt seit mehr als 2 Jahren in verschiedenen Klöstern in Thailand. Thailand ist ein Land, in dem der Theravadabuddhismus tief verwurzelt ist – für Mönche.
Über ihre Erlebnisse als Nonne, die in dieses fest gefügte traditionelle System neue Impulse bringt und sich die Anerkennung durch Friedfertigkeit, Annahme und Demut erarbeitet, bericht sie in einem Interview mit Leonard Amelang. Immer mit dem Bewußtsein, dass der Buddha genau das für die Nonnen wollte: die Bhikkhunisangha.
Ayya Phalanjani wird sich mit dem Thema “Dankbarkeit gegenüber den Eltern” auseinandersetzen.
“Mönche und Nonnen, ich sage, Zweien ist nicht leicht zu vergelten. Welchen zwei? Mutter und Vater.
Selbst wenn man seine Mutter auf einer Schulter und seinen Vater auf der anderen Schulter umhertragen würde und so hundert Jahre leben würde, und wenn man sie salben, massieren, baden und abreiben würde – man hätte nicht genug getan, um ihnen zu vergelten; und das, selbst wenn sie eben da Urin und Kot unter sich lassen würden.
Selbst wenn man Mutter und Vater zu den höchsten Herrschern dieser großen Erde machen würde, die die sieben Schätze in Fülle besitzen, man hätte immer noch nicht genug getan, um ihnen zu vergelten. Warum ist das so? Eltern sind ihren Kindern eine große Hilfe: Sie ziehen sie auf, ernähren sie und zeigen ihnen die Welt.
Wenn man aber Eltern, die kein Vertrauen haben, zu Vertrauen ermuntert, tugendlose Eltern zu tugendhaftem Verhalten, geizige Eltern zu Großzügigkeit oder unwissende Eltern zu Weisheit ermuntert, wenn man sie dahin bringt und dort verankert, so hat man mehr als genug getan, um ihnen zu vergelten.“ AN2.33
Für alle, die schon zu Hause mit den 5 oder 8 Sīlas leben, besteht die Möglichkeit, morgen Abend mit der Klostergemeinschaft zusammen die Regeln zu erneuern.
Jeder Meditierende kennt die 5 Störenfriede, die unsere Praxis sabotieren. Sie sabotieren uns aber nicht nur in der Meditation, sondern natürlich erst recht im alltäglichen Leben.
Ayya Rakkhita nimmt die 5 Hindernisse unter die Lupe und zeigt Wege auf, wie sie überwunden werden können.
Nachdem uns Ayya Phalanyani vor 2 Wochen erläutert hat, was Angst ist und wie sie entsteht, wird Ayya Rakkhita diesen Donnerstag aufzeigen, wie Angst überwunden wird und wie Zuversicht erzeugt und zur Blüte gebracht werden kann.
Anlässlich von Ayya Phalanyanis Geburtstag wird Ayya Rakkhita darüber sprechen, welche ausserordentliche Glück es darstellt, als Mensch geboren zu sein.
Ayya Phalañāṇī Therī wird uns einen Vortrag über das Thema Angst und Zuversicht geben.
„In der Wildnis, am Fuß eines Baumes oder in einer leeren Hütte besinnt euch auf den Buddha, und keine Furcht wird euch überkommen.
Wenn ihr euch nicht auf den Buddha besinnen könnt – den Ältesten in der Welt, den Anführer der Menschen –, dann besinnt euch auf die Lehre, die mündig macht und gut gelehrt ist.
Wenn ihr euch nicht auf die Lehre besinnen könnt – die mündig macht und gut gelehrt ist –, dann besinnt euch auf den Saṅgha, dieses unübertreffliche Feld für Verdienst.
Wenn ihr euch so auf den Buddha, die Lehre und den Saṅgha besinnt, Mönche und Nonnen, werden Furcht und Entsetzen und sich sträubende Haare nicht mehr sein.“
(Saṁyutta Nikaya 11.3 Die Fahnenspitze)
…
“Heute bin ich vom Glück gesegnet,
frei von Feigheit, habe Angst und Schrecken aufgegeben.
Bhaddiya, der Sohn Godhās,
ist in den Wald eingetaucht und übt Vertiefung.
Im ganzen Umfang der Tugend verankert
entwickle ich Achtsamkeit und Weisheit;
allmählich erreichte ich so die Auflösung aller Fesseln.”
Wie wirken sich die erfahrenen Gefühle auf unser Erleben aus. Wohin führen uns Präferenzen, Mögen, Nichtmögen, Anziehen und Ablehnung.
„Mönche und Nonnen, da erfährt ein ungebildeter gewöhnlicher Mensch Gewinn. Er überlegt nicht: ‚Ich habe diesen Gewinn erfahren. Er ist unbeständig, Leiden und muss zugrunde gehen.‘ Er versteht nicht wahrhaftig. Er erfährt Verlust … Ruhm … Schande … Tadel … Lob … Glück … oder Schmerz. Er überlegt nicht:‚Ich habe diesen Schmerz erfahren. Er ist unbeständig, Leiden und muss zugrunde gehen.‘ Er versteht nicht wahrhaftig. Daher halten Gewinn und Verlust, Ruhm und Schande, Tadel und Lob, Glück und Schmerz seinen Geist gefangen. Er bevorzugt Gewinn und weist Verlust zurück. Er bevorzugt Ruhm und weist Schande zurück. Er bevorzugt Lob und weist Tadel zurück. Er bevorzugt Glück und weist Schmerz zurück. Wenn er so voller Bevorzugen und Zurückweisen ist, ist er nicht befreit von Wiedergeburt, von Alter und Tod, von Kummer, Klage, Schmerz, Traurigkeit und Bedrängnis. Er ist nicht befreit vom Leiden, sage ich. – AN8.6. ” weltliche Gegebenheiten I”