Ayya Rakkhita bespricht die Anenjasappayasutta, die uns lehrt, wie wir in den Winden des Alltags und trotz der Wogen des Lebens unerschütterlich bleiben können.
Der April hat begonnen und gerade fliegen noch dicke Schneeflocken um die Anenja Vihara herum, voll mit Nässe, also werden sie nicht lange liegen bleiben. Die Vögel lassen schon mehr von sich hören und die ersten Narzissen und Bärlauchblätter kommen aus der Erde. Der Frühling ist im Anmarsch – Wandel , immer wieder – jetzt – ein Moment und schon vorbei.
Auch im Innen entsteht der Moment und vergeht. Nichts zu halten und laufen zu lassen, die Unbeständigkeit des Daseins und das Leid, welches das Festhalten mit sich bringt – das muss betrachtet und erkannt werden. Dazu leben wir Nonnen im Kloster, geleitet vom Dhamma des Buddha. Lernen wir es in uns kennen und können wir es fruchtbar umsetzen, dann können wir es in andern viel besser sehen und unterstützend für jeden da sein.
“Was ist der Zweck”
“… zu welchem Zweck führt man das geistliche Leben unter dem Asketen Gotama?‘ ‚Der Zweck, zu dem man das geistliche Leben unter dem Buddha führt, ist es, das Leiden vollständig zu verstehen.‘…
…Gibt es einen Pfad und eine Übung, um dieses Leiden vollständig zu verstehen?‘, ‚Es gibt einen solchen Pfad.‘
… Es ist einfach dieser edle achtfache Pfad: nämlich rechte Ansicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Verhalten, rechter Lebenserwerb, rechter Einsatz, rechte Achtsamkeit und rechte Versenkung. Das ist der Pfad und die Übung, um dieses Leiden vollständig zu verstehen…” – Kimatthiyasutta, SN45.5
Für alle, die schon zu Hause mit den 5 oder 8 Sīlas leben, besteht die Möglichkeit, morgen Abend mit der Klostergemeinschaft zusammen die Regeln zu erneuern.
Uhrzeit: 18Uhr an Uposathatagen (zu Voll- und Neumond, wird auf unserer Webseite angekündigt, siehe auch Veranstaltungskalender.)
Für viele von uns ist das 4. Sīla, die rechte Rede, immer ein Thema. Aus eigenen Ansichten, gewohnheitsmäßigen Kommunikationsmustern und unreflektiertem Selbstverständnis heraus können ganz schnell Mißverständnisse und Unheilsamkeit zwischen den Kommunikationspartnern erwachsen.
Hier im Kloster gehört die Rechte Rede zu unseren tagtäglichen Selbstverpflichtungen, die wir mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg umsetzen. Also üben wir immer wieder, fangen immer wieder von vorne an.
Wie gelingt eine Kommunikation, die wohlwollend und authentisch ist?
Ayya Rakkhita beleuchtet, wie Authentizität in der Rechten Rede gelingen kann.
28.3. bis 16.5. und die ersten zwei Juliwochen wird Ayya Phalanyani in ihrer Auszeit sein und sich hoffentlich in der Wärme gut erholen. Leider ist es für Ayya Anuvidita aufgrund der derzeitigen Lage nicht möglich nach Deutschland zu fliegen, weshalb sie nach einem kurzen Aufenthalt in Sri Lanka möglicherweise dieses Jahr in Thailand bleiben wird. Vom 14.3. bis Mitte Juli wird Ayya Rakkhita bei uns im Kloster sein und viele der Bhikkhuni-Pflichten übernehmen. Vom 5.5. bis 20.5. wird uns Samaneri Viveka im Kloster besuchen, die zurzeit in Amaravati in England lebt und als eine der ersten Nonnen unter Ayya Mudita hier im Kloster begonnen hat.
Ab April ist unsere Stille- und Rückzugszeit zu Ende und wir erwarten wieder viele neue und altbekannte Gäste und freuen uns, anderen Wesen die Möglichkeit zu geben an der Stille, Einsicht und der gesamten Klosteratmosphäre teil zu haben.
Im Laufe des Monats Mai soll die geplante Dachsanierung beginnen und wird voraussichtlich 4-5 Wochen dauern. Der Klosterbetrieb kann trotz der Sanierung ganz normal weiter geführt werden und Gäste sind jederzeit herzlichst willkommen. Allerdings ist in den Monaten Mai und Juni, je nach Start und Dauer, mit den entsprechenden Nebenwirkungen wie Lärm und Unruhe zu rechnen. Dies bietet eine wunderbare Gelegenheit zu lernen, auch unter unruhigen Bedingungen die Ruhe im Herzen zu bewahren. Es bietet auch eine schöne Möglichkeit Metta zu üben und Verdienste zu sammeln, indem man den Handwerkern wohlwollend eine Hand reicht, wo nötig.
Wir sind unheimlich dankbar über die so wunderbare Unterstützung von allen Seiten für unseren großartigen Verein. Wir danken für die Möglichkeit hier in der Anenja Vihara einen Ort zu haben, an dem tiefe Dhammapraxis möglich ist. Vor allem ein unendlicher Dank an unsere Äbtissin Ayya Phalanyani für ihre Weisheit und Anleitung, um uns Nonnen in bestmöglicher Weise auszubilden und den Weg zur Befreiung vom Leid zu bahnen.
Für ein friedliches, einsichtsreiches und gesegnetes Jahr,
Am Donnerstag wird uns Ayya Phalanyani einen Vortag zum Thema Citta geben.
“Weit reist der Geist und wandert einsam,
körperlos, liegt im Herzen versteckt.
Die den Geist zügeln werden,
sind von Māras Fesseln befreit.”
Dhammapadavers 37
Citta bedeutet übersetzt Herz bzw. Geist und ist die 3. Grundlage der Achtsamkeit.
„Und wie, ihr Bhikkhus, verweilt ein Bhikkhu, indem er Herz als Herz betrachtet? Da versteht ein Bhikkhu ein Herz, das von Begierde beeinträchtigt ist, als von Begierde beeinträchtigt, und ein Herz, das nicht von Begierde beeinträchtigt ist, als nicht von Begierde beeinträchtigt. Er versteht ein Herz, das von Haß beeinträchtigt ist, als von Haß beeinträchtigt, und ein Herz, das nicht von Haß beeinträchtigt ist, als nicht von Haß beeinträchtigt. Er versteht ein Herz, das von Verblendung beeinträchtigt ist, als von Verblendung beeinträchtigt, und ein Herz, das nicht von Verblendung beeinträchtigt ist, als nicht von Verblendung beeinträchtigt. Er versteht ein zusammengezogenes Herz als zusammengezogen, und ein abgelenktes Herz als abgelenkt. Er versteht ein erhabenes Herz als erhaben, und ein nicht erhabenes Herz als nicht erhaben. Er versteht ein übertreffliches Herz als übertrefflich, und ein unübertreffliches Herz als unübertrefflich. Er versteht ein konzentriertes Herz als konzentriert, und ein unkonzentriertes Herz als unkonzentriert. Er versteht ein befreites Herz als befreit, und ein unbefreites Herz als unbefreit.“
„Auf diese Weise verweilt er, indem er Herz innerlich als Herz betrachtet, oder er verweilt, indem er Herz äußerlich als Herz betrachtet, oder er verweilt, indem er Herz sowohl innerlich als auch äußerlich als Herz betrachtet. Oder er verweilt, indem er die Ursprungsfaktoren im Herzen betrachtet, oder er verweilt, indem er die Auflösungsfaktoren im Herzen betrachtet, oder er verweilt, indem er die Ursprungs- und Auflösungsfaktoren im Herzen betrachtet. Oder die Achtsamkeit, daß da Herz vorhanden ist, ist einfach in dem Ausmaß in ihm verankert, das für bloße Vergegenwärtigung und Achtsamkeit nötig ist. Und er verweilt unabhängig, haftet an nichts in der Welt an. Auf jene Weise verweilt ein Bhikkhu, indem er Herz als Herz betrachtet.“
(Majjhima Nikaya 10, Übersetzung von Ajahn Mettiko)