Dhammavortrag am 15.01.2026, 19:30Uhr

Die 16 Stufen der Einsicht – die Praxis mit Vipassanā-ñāṇas, Teil 2

Ayya Phalaññāni wird über die Stufen 7 – 16 der 16 Einsichtsstufen aus dem Visuddhimagga sprechen, die durch die von ihr gelehrten Vipassanamethode nach Ajahn Tong direkt erfahren werden können


Nachtrag zum Pāramīvortrag des Silvesterretreats 2025/26

Das große, ehrfurchteinflößende Verhalten

Ayya Phalaññani beginnt den Vortrag mit den wunderschönen Versen aus dem “Korb der Tugend” / CP35., Yudhañjayavagga im Kuddhaka- Nikaya.

Der „Korb der Tugend“ stellt eine frühe Systematisierung des Bodhisattva-Konzepts und seines Weges zur Erleuchtung dar. Er erzählt 34 vergangene Leben, von denen jedes eine spezifische, vom Bodhisattva entwickelte Tugend veranschaulicht. Es handelt sich um einen späten Text ohne direkte Entsprechungen in den nördlichen Sammlungen. Wie das Buddhavaṁsa ist er Teil einer umfangreichen, sektenübergreifenden Andachtsliteratur, die im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. entstand und die Entstehung des Mahāyāna ankündigte. (Quelle: Sutta Central)

Das große erfurchteinflößende Verhalten

Ich lagerte auf einem Leichenfeld, auf einem Skelett. Dorfrüpel kamen und verspotteten mich auf alle erdenkliche Weise.

Andere brachten mir Weihrauch und Blumen und allerlei gekochte Speisen, alle begeistert und voller Freude.

Diejenigen, die mir Schmerz bereiteten, und diejenigen, die mir Freude schenkten, waren mir gleich. Ich empfand weder Gunst noch Zorn.

Ich fand ein Gleichgewicht zwischen Freude und Schmerz, Ruhm und Schande. „Ich war in jeder Hinsicht gleich: Das ist meine vollkommene Ausgeglichenheit.“

Nachdem ich in verschiedenen vergangenen Leben vielfältiges Leid und Erfolg erfahren hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.

Ich gab, was ich geben konnte, und lebte die Ethik vorbehaltlos. Nachdem ich die Vollkommenheit der Entsagung erlangt hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.

Ich befragte die Weisen und unternahm höchste Anstrengungen. Nachdem ich die Vollkommenheit der Akzeptanz erlangt hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.

Nachdem ich einen festen Entschluss gefasst und auf wahrhaftige Rede geachtet hatte, nachdem ich die Vollkommenheit der Liebe erlangt hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.

In Gewinn und Verlust, Ruhm und Schande, Achtung und Verachtung, in allem gleich, erlangte ich die höchste Erleuchtung.

Da Faulheit als Furcht einflößend und Energie als Zufluchtsort betrachtet, erwecke Energie: Dies ist die Lehre Buddhas!

Da Streit als Furcht einflößend und Harmonie als Zufluchtsort betrachtet, sei harmonisch und höflich: Dies ist die Lehre Buddhas!

Da Nachlässigkeit als Furcht einflößend und Fleiß als Zufluchtsort betrachtet, entwickle den Achtfachen Pfad: Dies ist die Lehre Buddhas! Die Lehre Buddhas!

So erläuterte Buddha anhand seines eigenen Verhaltens in früheren Leben die Lehre, die als „Legenden des Buddha“ bekannt ist.

https://suttacentral.net/cp35/en/sujato?lang=en&layout=plain&reference=none&notes=asterisk&highlight=false&script=latin


Dhammavortrag am Donnerstag 01.01.2026, 19:30Uhr

Aus dem Neujahrsretreat heraus wird Ayya Phalaññāni den Vortrag über die 10 Paramī halten.

Wir wünschen allen ein gesegnetes Jahr 2026. Mögen die Herzen voll Frieden und Wohlwollen sein. Mögen wir mit Gesundheit und Freude das nächste Jahr gestalten können.

Wenn wir sehen, dass jemand Hilfe braucht, sollten wir sie geben, in dem Maß, wie es uns gerade möglich ist. Hilfe und Wohlwollen trägt den Samen der Widerstandsfähigkeit.

Noch stärker hilft das Vertrauen in die Weisheit Buddhas, der die Vergänglichkeit allen Daseins und die Natur des Geistes lehrt. Das Lernen und eigene Durchdringen der Lehre verhilft zu noch größerer Widerstandskraft, um das zu meistern, was das Leben für uns bereithält.

Mit den besten Wünschen – die Nonnengemeinschaft der Anenja Vihara


Dhammavortrag am Donnerstag, 25.Dezember, 19:30Uhr

Mit dem Ausklang des Jahres halten viele Menschen inne und lassen die Geschehnisse der letzten zwölf Monate Revue passieren

Wir Nonnen arbeiten täglich damit, die Tugendregeln, die wir uns auferlegt haben, umzusetzen und uns darin immer weiter zu entwickeln. Ohne diese Basis ist kein spiritueller Fortschritt zu erwarten.

Es ist wichtig, sich immer und immer wieder diese Grundlagen des monastischen Lebens zu vergegenwärtigen.

Das gleiche gilt für Mensche, die mit der buddhistischen Ethik zu Hause leben in einer etwas vereinfachteren Form.

Ayya Phlaññāni erinnert uns daran mit den Versen der Belehrung des Dhammika aus dem Sutta Nipata 2.14., “Dhammika”.


Sāmanerīweihe am 21.12.2025

Mahesi wird sich jetzt in 10 Regeln beüben, denn am Sonntag legte sie die weißen Roben ab und erhielt die Sāmanerīweihe.

Zu unserer großen Freude spendete die Thaigemeinschaft das neue Robenset inklusive Almosenschale. Zwar ist die Robe noch eine Übergangsrobe in der falschen Farbe, da die “richtige” Robe momentan beim Zoll liegt, was aber der Gültigkeit der Zeremonie keine Abbruch tut.

Som überreicht die Almosenschale.

Ayya Phlaññāni und Novizin Mahesī begeben sich beide in die Abhängigkeit der Lehrer – Schüler – Verbindung. Beide Seiten tragen Sorge und Verpflichtungen gegenüber der anderen.


Dhammavortrag am Donnerstag, 18.12.2025, 19:30 Uhr

” The luminous mind – der leuchtende Geist”

Ein Vortrag von Ayya Sudhamma Maha Therī, Äbtissin der Charlotte Buddhist Vihara, USA

Ayya Sudhamma war die erste in Amerika gebürtige Frau, die 2003 in der Theravadatradition in Sri Lanka als Bhikkhunī ordinierte.

Für ihr Engagement in der Förderung des Bhikkhunī Ordens wurde ihr 2006 bei den Vereinten Nationen in Bangkok der “Outstanding Women in Buddhism Award” überreicht.

2013 gründete sie in ihrer Geburtsstadt Charlotte die Charlotte Buddhist Vihara, wo sie lebt und lehrt.


Dhammavortrag am Donnerstag, 11.12.2025, 19:30 Uhr

Ayya Phalaññāni wird über eine der überragenden Therīs sprechen, die unter dem Buddha als Bhikkhunīs ordinierten:

Khemā Therī – die Weise

Khemā (Pali: Sicherheit, ein Synonym für Nibbāna)

Khemā war berühmt für ihre Weisheit. Es gibt einige Jatakageschichten über sie, aus denen ersichtlich wird, wie sich in vielen Leben unter günstigen Umständen Weisheit durch den Einblick in die Vergänglichkeit allen Lebens herausbilden konnte.

Zur Zeit des Buddha Gotama war sie mit König Bimbisāra verheiratet und stolz auf ihre Schönheit. Als sie mit dem Buddha zusammentraf, erschuf er vor ihren Augen das Bild einer anmutigen Frau, welche ihm Luft zufächelte. Khemā, fasziniert von dieser Erscheinung, konnte den Blick nicht abwenden. Der Buddha ließ diese Schönheit langsam altern, bis nur noch eine faltige, alte Hülle übrig war.

Khemā erkannte, dass auch ihr Körper das selbe Schicksal teilen wird und ihre Einsicht war so tief, dass sie die erste Stufe der Heiligkeit erlangte. Gleich darauf wurde sie Arahanta und trat in den Nonnenorden ein. Sie war bald so berühmt für ihre Weisheit, dass selbst König Pasenadi sie aufsuchte, um sich von ihr belehren zu lassen.

Weniger bekannt ist die Jatakageschichte, in der sie mit dem Bodhisatta verheiratet ist. Dieser ermahnt seine Familie wieder und wieder, die Unbeständigkeit und Unsicherheit des Lebens zu kontemplieren und sich des Todes gewiss zu werden.

Khemā tut dies. Und als ihr kleiner Sohn stirbt, hat sie Weisheit in solchem Maße entwickelt, dass sie vollkommenem Gleichmut bewahren kann.

“Wie ihre alte Haut die Schlange
nur abstreift und dann weitergeht,
so ist es, wenn der Körper nicht mehr
genießt, wenn man gestorben ist.

Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
dass die Verwandten um ihn klagen.
Deshalb betraure ich ihn nicht;
er ist zu seinem Ziel gekommen.“

Unaufgefordert kam er her
und ohne Abschied ging er wieder.
So wie er kam, so ging er auch;
warum sollt’ ich darüber jammern?

Da er verbrannt ist, weiß er nicht,
dass die Verwandten um ihn klagen.
Deshalb betraure ich ihn nicht;
er ist zu seinem Ziel gekommen.“

Wer gerne die gesamte Jatakageschichte lesen möchte, kann sie unter folgendem Link finden:

https://suttacentral.net/ja354/de/dutoit?lang=en&reference=none&highlight=false

Mögen wir Khemā als Vorbild nehmen und unermüdlich kontemplieren, dass auch wir vergänglich sind. Mögen wir dadurch weicher und demütiger werden, freundlicher und sanft.