Das graduelle Training – Vom Weltzugewandten zum Arahant
In ihrem Vortrag über die 16 Stufen der Einsicht, Teil 1, erwähnt Ayya Phalanyani zu Beginn, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, den Weg zur Herzensreinigung zu beschreiten.
Eine weitere Art ist die Beschreibung des Weges als graduelles Training: der Auszug aus dem Hausleben, welches als “eng” in den Sutten beschrieben wird, über den Eintritt in den Orden und die Übung von Tugend, Sammlung und Weisheit bis zur Zielrerreichung.
“Ein Hausbesitzer hört diese Lehre, … Er fasst Vertrauen zum Klargewordenen und überlegt: ‚Das Hausleben ist eng und schmutzig, aber wenn man fortgezogen ist, ist das Leben weit offen. Es ist nicht einfach, wenn man im Haus lebt, das geistliche Leben ganz vollständig und rein zu führen wie eine blank gescheuerte Muschel. Warum rasiere ich mir nicht Haar und Bart, lege ockerfarbene Roben an und ziehe aus dem Haus fort ins hauslose Leben?‘ …
Ayya Saccikā ist zurück aus den USA wo sie Ayya Suddhamma während ihrer Lungenentzündung Unterstützung gegeben hatte. Sie besuchte über Neujahr das das Kloster Dhammanikom im Brandenburgischen. Ende Januar wird sie eine Zeit im Retreat auf der schwäbischen Alp verbringen.
Ayya Anuvidita (Mitte) ist in Thailand und hatte am Ajahn -Cha- Memorial – Day viele inspirierende Begegnungen in Wat Nong Pah Pong. Ende März wird sie in der Anenja Vihara für einen Monat die Leitung gemeinsam mit Ayya Rakkhita übernehmen.
Ayya Rakkhita hat drei Monate bei Upasikha Kamala auf Sardinien verbracht und an diesem aufblühenden Ort des Dhammas auch ein Retreat gegeben. Bevor sie Ende März zu uns kommt, verweilt sie in der eingeschneiten Metta Vihara.
Ayya Jutindhara (li) hatte sich im Dezember zusammen mit Ayya Mettajivi (re) auf die Pilgerreise auf den Spuren von Mahapajapati Gotami von Lumbini nach Vesali begeben. Zurück in Kambodscha fahren beide dort fort, als erste weibliche Ordinierte in der Theravadatradition das Dhamma zu verbreiten. Viel Arbeit also, wobei sie jedoch gute Unterstüzung auch von Mönchen erhalten.
Während Ayya sich nur sehr langsam von ihrem Infekt erholt, kümmern sich Sivalī, Mahesī und Erika um die Versorgung von Beweohnern und Haus.
Dhammavortrag, Donnerstag 28.01.2026, 19:30Uhr
Maranassati – Betrachtung des Todes
An diesem Donnerstag wird Ayya Saccikā mit Maranassati eine Reflexion über eines der wichtigsten Kontemplationsobjekte der buddhistischen Praxis halten.
Der Buddha hat die Achsamkeit auf die eigene Sterblichkeit gepriesen:
“Mönche und Nonnen, wenn die Achtsamkeit auf den Tod entwickelt und gemehrt wird, bringt sie reiche Frucht und großen Vorteil. Sie gipfelt in dem, das frei vom Tod ist, und endet in dem, das frei vom Tod ist. ” – (AN8.74)
Die 16 Stufen der Einsicht – die Praxis mit Vipassanā-ñāṇas, Teil 2
Ayya Phalaññāni wird über die Stufen 7 – 16 der 16 Einsichtsstufen aus dem Visuddhimagga sprechen, die durch die von ihr gelehrten Vipassanamethode nach Ajahn Tong direkt erfahren werden können
Ayya Phalaññāni wird über die 16 Einsichtsstufen aus dem Visuddhimagga sprechen, die durch die von ihr gelehrten Vipassanamethode nach Ajahn Tong direkt erfahren werden können.
Ayya Phalaññani beginnt den Vortrag mit den wunderschönen Versen aus dem “Korb der Tugend” / CP35., Yudhañjayavagga im Kuddhaka- Nikaya.
Der „Korb der Tugend“ stellt eine frühe Systematisierung des Bodhisattva-Konzepts und seines Weges zur Erleuchtung dar. Er erzählt 34 vergangene Leben, von denen jedes eine spezifische, vom Bodhisattva entwickelte Tugend veranschaulicht. Es handelt sich um einen späten Text ohne direkte Entsprechungen in den nördlichen Sammlungen. Wie das Buddhavaṁsa ist er Teil einer umfangreichen, sektenübergreifenden Andachtsliteratur, die im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. entstand und die Entstehung des Mahāyāna ankündigte. (Quelle: Sutta Central)
Das große erfurchteinflößende Verhalten
Ich lagerte auf einem Leichenfeld, auf einem Skelett. Dorfrüpel kamen und verspotteten mich auf alle erdenkliche Weise.
Andere brachten mir Weihrauch und Blumen und allerlei gekochte Speisen, alle begeistert und voller Freude.
Diejenigen, die mir Schmerz bereiteten, und diejenigen, die mir Freude schenkten, waren mir gleich. Ich empfand weder Gunst noch Zorn.
Ich fand ein Gleichgewicht zwischen Freude und Schmerz, Ruhm und Schande. „Ich war in jeder Hinsicht gleich: Das ist meine vollkommene Ausgeglichenheit.“
Nachdem ich in verschiedenen vergangenen Leben vielfältiges Leid und Erfolg erfahren hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.
Ich gab, was ich geben konnte, und lebte die Ethik vorbehaltlos. Nachdem ich die Vollkommenheit der Entsagung erlangt hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.
Ich befragte die Weisen und unternahm höchste Anstrengungen. Nachdem ich die Vollkommenheit der Akzeptanz erlangt hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.
Nachdem ich einen festen Entschluss gefasst und auf wahrhaftige Rede geachtet hatte, nachdem ich die Vollkommenheit der Liebe erlangt hatte, erlangte ich die höchste Erleuchtung.
In Gewinn und Verlust, Ruhm und Schande, Achtung und Verachtung, in allem gleich, erlangte ich die höchste Erleuchtung.
Da Faulheit als Furcht einflößend und Energie als Zufluchtsort betrachtet, erwecke Energie: Dies ist die Lehre Buddhas!
Da Streit als Furcht einflößend und Harmonie als Zufluchtsort betrachtet, sei harmonisch und höflich: Dies ist die Lehre Buddhas!
Da Nachlässigkeit als Furcht einflößend und Fleiß als Zufluchtsort betrachtet, entwickle den Achtfachen Pfad: Dies ist die Lehre Buddhas! Die Lehre Buddhas!
So erläuterte Buddha anhand seines eigenen Verhaltens in früheren Leben die Lehre, die als „Legenden des Buddha“ bekannt ist.